Der Mehrwert für Sie

Es gibt eine Reihe guter Gründe für eine Prüfung:

Der wichtigste Grund überhaupt ist, dass Sie als verantwortlicher Vorgesetzter sich um die Sicherheit der Mitarbeiter kümmern müssen. Das zeichnet Sie als verantwortungsvollen Vorgesetzten aus. Unsere Gesundheit ist doch das höchste Gut und sollte bestmöglich geschützt werden! Ein Mehr an Sicherheit bedeutet weniger Unfälle bzw. Krankheitstage und weniger Ausfälle von Betriebsmitteln durch unvorhergesehene Defekte. Und dass Zeit/Arbeitsverzögerungen enorm Geld und Ärger kosten, ist jedem Verantwortlichen bewusst.

Die präventive Sicherheitskontrolle entlarvt auch schleichend voranschreitende Mängel. Diese werde ich entdecken und kann sie somit noch vor dem Ausfall des Betriebsmittels beheben. Sie können sich über eine erhöhte Verfügbarkeit des Betriebsmittels oder der elektrischen Anlage freuen. Zum Vergleich: Sie erhalten den Wert und die Sicherheit Ihres Autos ja auch durch regelmäßige Kundendienste.

Durch die Prüfungen handeln Sie gesetzeskonform und sind im Falle eines Unfalles gegen Schadensersatzforderungen abgesichert. Wieso sollten Sie in ihrer Firma/Kommune für etwas persönlich haften oder gar ordnungswidrig handeln?

Die Prüfungen werden beweis- und gerichtsfest dokumentiert. Diese Dokumente sind Ihre Absicherung im Falle eines Unfalles. Damit können Sie beweisen, alles Mögliche zur Verhinderung des Unfalles getan zu haben. Zudem kann anhand der in diese Dokumente eingetragenen Reparaturen oder Defekte erkannt werden, welche Betriebsmittel verhältnismäßig oft ausfallen. So können Sie gezielt Betriebsmittel erkennen, die für diesen Einsatz oder den Bereich nicht geeignet sind.


Fragen

Antworten

Was ist die gesetzliche Grundlage der Prüfungen? Die gesetzliche Grundlage der Prüfungen ist das Arbeitsschutzgesetz. Da steht im zweiten Abschnitt welche Grundpflichten der Arbeitgeber zu erfüllen hat. Die generelle Aussage ist, dass die Gesundheit des Arbeitnehmers zu schützen ist. Die ergriffenen Maßnahmen für diesen Schutz sind zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dazu muß er die Arbeitsbedingungen beurteilen und bei Gefährdungen Gegenmaßnahmen ergreifen. Das Ganze ist zu dokumentieren.

Weiter muss dann die Betriebssicherheitsverordnung beachtet werden. Sie gilt für die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber so wie für die Benutzung von Arbeitsmitteln durch Beschäftigte bei der Arbeit.

Welche Rolle spielen die Vorschriften der BGV und der GUV? Die BGV und die GUV sind Versicherungen, in denen die Arbeitnehmer der verschiedensten Berufsgruppen versichert sind. Diese Versicherungen sind bestrebt, die Arbeitsplätze für ihre Versicherten so sicher wie möglich zu gestalten. Um dies zu erreichen, erarbeiteten sie Verordnungen. Mit dem Einhalten dieser Verordnungen ist der präventive Schutz vor Unfällen am Arbeitsplatz weitestgehend sichergestellt. Die Umsetzung dieser Maßnahmen werden von Mitarbeitern der BGV / GUV kontrolliert. Neben der Verordnung A1 (allgemeine Grundsätze) und etlichen weiteren Verordnungen gilt für den Bereich elektrische Sicherheit die BGV A3 bzw. GUV-V A3. Darin werden die präventiv zu ergreifenden Unfallschutz-Maßnahmen für Stromunfälle beschrieben.
BGV / GUV -
nur Vorschriften oder doch ein Gesetz?
Zunächst sind diese Dokumente "nur" Vorschriften. Jedoch werden ein paar wichtige Paragraphen dieser Vorschriften durch die Verknüpfung im §9 mit dem siebten Sozialgesetzbuch zu Gesetzen. Das bedeutet, dass Verstöße wie Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Empfindliche Bußgelder sind die Folgen. Bei Unfällen können die Vergehen auch mit Freiheitsentzug geahndet werden.
Wer darf diese Prüfungen durchführen? Da gibt es verschiedene Ebenen der benötigten Qualifikation. Die Anforderung an die Person unterscheidet sich je nach verwendetem Messgerät oder der Fähigkeit, das Prüfungsergebnis richtig zu beurteilen - was natürlich Erfahrung mit den Prüfungen voraussetzt. Die wichtigste Aussage über die Qualifikation der prüfenden Person steht in der VDE 1000-10. Dort ist niedergeschrieben, dass eine Elektrofachkraft (Facharbeiter mit Gesellenbrief) sicherheitsrelevante Prüfungen durchführen darf, die Beurteilung und die Leitung aber einer verantwortlichen Elektrofachkraft obliegen. Das bedeutet, dass ein Elektrikergeselle nicht für diese Prüfungen verantwortlich sein darf. Es muss immer ein Elektrotechniker, -meister oder -ingenieur die verantwortliche Leitung über den Betriebsbereich inne haben. Auch stellt die Norm fest, dass der Elektrobereich mittlerweile so umfassend ist, dass eine Elektrofachkraft unmöglich alle Bereiche der Elektrotechnik fachwissend und mit der notwendigen Erfahrung abdecken kann.
Wozu ist der Arbeitgeber verpflichtet? Weisungen an den Arbeitnehmer müssen immer konform zu den Vorschriften sein. In der BGV/GUV A1 stehen die grundsätzlichen Vorschriften. Eine der wichtigsten Vorschriften ist, dass der Arbeitgeber keine sicherheitswidrigen Weisungen erteilen darf (§2 Abs. 4). Umgekehrt darf der Arbeitnehmer auch keine sicherheitswidrigen Anweisungen befolgen. Und der Arbeitnehmer muss auf Sicherheitslücken aufmerksam machen.

Ein Beispiel:
Wenn der Arbeitgeber feststellt, dass kein Geld für Betriebsmittelüberprüfungen zur Verfügung gestellt werden kann und der verantwortliche Mitarbeiter die Vorschrift einfach ignorieren soll, dann gibt der Arbeitgeber eine sicherheitswidrige Anweisung heraus. Ein Verzicht auf die Arbeitssicherheit aus Kostengründen ist falsch - so sieht es auch der Staatsanwalt im Falle eines Unfalles!

Welche Prüffristen gibt es? Die Prüffristen für Betriebsmittel und Anlagen unterscheiden sich zwischen der BGV und der GUV nur geringfügig. In beiden Vorschriften stehen nur kleine Spielräume zur Verfügung in denen sich Fristen "schieben" lassen.

Grob kann gesagt werden:
- Anlagenprüfung alle 48 Monate
- Anlagenprüfungen (aus VDE Gruppe 700) alle 12 Monate
- Betriebsmittelprüfung in Büroräumen alle 24 Monate
- Betriebsmittelprüfung in Werkstätten alle 12 Monate
- Betriebsmittelprüfung in Werkstätten (schwere Bedingungen) alle 6 Monate
- Maschinen bzw. fest mit der Anlage verbundene Betriebsmittel zwischen 24 (schwerer Einsatz) und 48 Monate